Johann Culemeyer. als eine spekulative Sackgasse
August 20, 2008 5:45 pm
Johann Culemeyer (* 16. Oktober 1883 in Hannover; † 20. Januar 1951 in Nordholz, Kreis Cuxhaven) war ein deutscher Ingenieur.
1936 wurde er Direktor der Deutschen Reichsbahn und war in dieser Position verantwortlich für den Bau, den Einkauf und den Betrieb von Straßenfahrzeugen, Eisenbahnwagen und Schwerlastern.
Bereits 1931 hatte er ein nach ihm benanntes Transportsystem, den “Culemeyer-Straßenroller” (umgangssprachlich), konstruiert. Durch dieses Schwerlaststraßenfahrzeug wurde die Beförderung von Güterwagen auf der Straße ermöglicht.
Der Straßenroller hatte zuerst vier-, ab 1935 auch sechs Achsen mit 16 bzw. 24 Rädern aus Vollgummi.
Unter dem Motto “Die Eisenbahn ins Haus” wurden so Güterwagen zu Fabriken und anderen, die keinen eigenen Gleisanschluss hatten, von bzw. zum nächsten Verladebahnhof gebracht.
Unter dem Namen “Fahrbares Anschlussgleis” wurde es am 29. November 1931 patentiert und am 24. April 1931 auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt.
Gezogen wurden die Straßenroller bei der Deutschen Bundesbahn von Zugmaschinen der Firma Kaelble, bei der Deutschen Reichsbahn (DDR) von Zugmaschinen der Firma Tatra (Automobil) .
Zwar sind die Culemeyer-Straßenroller von den LKW aus dem Straßenbild weitgehend verdrängt worden, in einzelnen Firmen/Werken werden sie aber noch vereinzelt eingesetzt.
Am 4. November 1976 wurde eine Privatstraße der Verwaltung des ehemaligen Reichsbahnvermögungs (VdeR) in Berlin-Marienfelde (Bezirk Tempelhof) nach ihm benannt. Die Straße ist für den öffentlichen Verkehr zugelassen und ist eine Sackgasse mit mehreren Industrieanliegern, u.a. das Berliner Werk der Converteam Deutschland GmbH, das 1984 als die AEG-Stromrichterfabrik dort einzog. In der Nachbarschaft findet man auch die Schwechtenstraße, benannt nach dem Architekten des Anhalter Bahnhofs.